Gestern Abend aufgerafft, raus aus dem Studio, Kopf leer, Tatendrang mäßig. Guter Abend für Theater (dachte ich mir). Dann von 150% Energie in den Sessel gedrückt worden. Brilliante Aufführung.

Die in Japan geborene Tänzerin und Choreographin Yoshiko Waki war nach ihrer klassischen Ballettausbildung Mitglied internationaler Compagnien und hat mit zahlreichen renommierten Choreographen und Regisseuren zusammengearbeitet (u.a. Johann Kresnik, Vivien Newport, Konstanze Lauterbauch und Christoph Schlingensief). Seit 1994 realisierte sie mit ihrer Compagnie bodytalk und dem Autoren Rolf Baumgart zahlreiche eigene Choreographien und Inszenierungen u.a. am Staatstheater Darmstadt, der Oper Bonn und der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz in Berlin.

Worum geht es in ZIG LEIBER | OI DIVISION? Sechs tanzende Desperados treffen in einem Trainingslager aufeinander, doch der Kursleiter bleibt unerkannt. Musikalische Botschaften der New Wave Band Joy Division versetzen die TänzerInnen in Bewegung, ihre Füße in einen Rausch. “A change of speed / A change of style / A change of hope.” Einzelne Ideen werden zur gemeinsamen Idee, aus ihren vielen Bewegungen wird eine gemeinsame Bewegung. Bis die Gruppe als “Freuden-Division” die Straße unsicher macht. Noi! Und das alles in Leipzig – oder, wie es im Stück heißt, im Paralleluniversum Second. Life-zig bzw. Zecken Leipzig! Doch wohin wird diese Vision führen? Etwa direkt zum MDR-Fernsehballett, wie sie uns glauben machen wollen? Folgen Sie der Workshop-Übung “Solange im Kreis drehen, bis man alles ganz klar sieht” und finden Sie es selbst heraus!

Hier ein Video einer Inszenierung von 2003: Motherfackel – Sophie Rois als Mutter aller Feuer